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<title>Lessing-Denkmal (Berlin)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lessing-Denkmal (Berlin)</span></h1>
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<p>Das <b>Lessing-Denkmal</b> am südöstlichen Rand des <a href="Gro%C3%9Fer_Tiergarten" title="Großer Tiergarten">Großen Tiergartens</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> erinnert an den deutschen Dichter <a href="Gotthold_Ephraim_Lessing" title="Gotthold Ephraim Lessing">Gotthold Ephraim Lessing</a> (1729–1781). Geschaffen in den Jahren 1887–1890 von <a href="Otto_Lessing" title="Otto Lessing">Otto Lessing</a> im Stil des <a href="Neobarock" title="Neobarock">Neobarock</a>, gehört es zu den Werken der <a href="Berliner_Bildhauerschule" title="Berliner Bildhauerschule">Berliner Bildhauerschule</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>
<p>Das Standbild des Dichters aus weißem <a href="Marmor" title="Marmor">Marmor</a> ist drei Meter hoch und befindet sich am südöstlichen Rand des Tiergartens, in der Nähe der Lennéstraße. Das Podest aus grauem und der Sockel aus rötlichem <a href="Granit" title="Granit">Granit</a> erreichen zusammen eine Höhe von vier Metern. Die Plastiken und die Inschrifttafeln am Sockel bestehen aus Bronze. Im mittleren Teil des Sockels sind vier asymmetrisch gerahmte <a href="Kartusche_(Kunst)" title="Kartusche (Kunst)">Kartuschen</a> zu sehen: auf der Vorderseite des Denkmals der Name Gotthold Ephraim Lessing, auf den übrigen Seiten Reliefs der Köpfe von <a href="Moses_Mendelssohn" title="Moses Mendelssohn">Moses Mendelssohn</a>, <a href="Ewald_Christian_von_Kleist" title="Ewald Christian von Kleist">Ewald Christian von Kleist</a> und <a href="Friedrich_Nicolai" title="Friedrich Nicolai">Friedrich Nicolai</a>. Diese drei – der Philosoph, der Dichter und der Schriftsteller und Verleger – gehörten zu den Freunden und intellektuellen Verbündeten Lessings.
</p><p>Auf Vorder- und Rückseite sieht man unterhalb der Kartuschen vollplastische, allegorische Figuren mit <a href="Symbol" title="Symbol">symbolischen</a> Ergänzungen: vorn unter dem Namensschild die Gestalt eines Jünglings als <i><a href="Genius" title="Genius">Genius</a> der <a href="Humanit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Humanität">Humanität</a></i> mit flammender Opferschale, Harfe und Lorbeerkranz, dazu eine Schrifttafel mit den wesentlichen Sätzen der <a href="Ringparabel" class="mw-redirect" title="Ringparabel">Ringparabel</a> aus Lessings Stück <i><a href="Nathan_der_Weise" title="Nathan der Weise">Nathan der Weise</a></i>; entsprechend auf der Rückseite die <i>Allegorie der Kritik</i> – ein geflügelter Knabe, der eine <a href="Peitsche" title="Peitsche">Geißel</a> schwingt, umgeben von Büchern, Schriftrollen und einem <a href="L%C3%B6wenfell" title="Löwenfell">Löwenfell</a> und begleitet von einer Eule, dem Symbol der Weisheit. Links und rechts am Denkmal befanden sich über je einer kleinen Brunnenschale bronzene, als <a href="Groteske" title="Groteske">Grotesken</a> gestaltete Delphinköpfe als <a href="Wasserspeier" title="Wasserspeier">Wasserspeier</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>

<p>Aus dem Jahr 1863 datierte der Beschluss des <a href="Magistrat_von_Berlin#Städteordnungen_seit_1808" title="Magistrat von Berlin">Berliner Magistrats</a>, drei Berühmtheiten des deutschen Geisteslebens – <a href="Friedrich_Schiller" title="Friedrich Schiller">Friedrich Schiller</a>, <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> und <a href="Gotthold_Ephraim_Lessing" title="Gotthold Ephraim Lessing">Gotthold Ephraim Lessing</a> – in Berlin durch ein gemeinsames Denkmal zu ehren. Dieser Plan wurde nicht in die Tat umgesetzt. Ein <a href="Schillerdenkmal" class="mw-redirect" title="Schillerdenkmal">Schillerdenkmal</a> auf dem <a href="Gendarmenmarkt" title="Gendarmenmarkt">Gendarmenmarkt</a>, entworfen von <a href="Reinhold_Begas" title="Reinhold Begas">Reinhold Begas</a>, entstand in den Jahren 1868–1871, ein <a href="Goethe-Denkmal_(Berlin)" title="Goethe-Denkmal (Berlin)">Goethedenkmal</a> von <a href="Fritz_Schaper_(Bildhauer)" title="Fritz Schaper (Bildhauer)">Fritz Schaper</a> wurde 1880 im Großen Tiergarten eingeweiht.
</p><p>Schließlich rief 1886 ein Komitee unter Leitung von Carl Robert Lessing einen Wettbewerb für ein Lessing-Denkmal aus; der Initiator war ein Großneffe des Dichters und Haupteigentümer der <a href="Vossische_Zeitung" title="Vossische Zeitung">Vossischen Zeitung</a>, für die sein Vorfahr von 1751 bis 1755 geschrieben hatte. 27 Künstler nahmen an der Konkurrenz teil. <a href="Otto_Lessing" title="Otto Lessing">Otto Lessing</a>, ein Neffe des Komiteevorsitzenden und erfolgreicher Bildhauer, erhielt den Auftrag, musste jedoch zuvor seinen Entwurf noch ändern – der Sockel erschien den Auftraggebern zu schlicht. Andererseits fiel auf Wunsch von Kaiser <a href="Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm I. (Deutsches Reich)">Wilhelm I.</a>, der die Skizzen beurteilt hatte, die Figur einer <a href="Sphinx_(%C3%A4gyptisch)" title="Sphinx (ägyptisch)">Sphinx</a> auf der Rückseite des Sockels weg. Die Ausführung des Denkmals dauerte von 1887 bis 1890, am 14. Oktober 1890 wurde es eingeweiht. In diesem Zusammenhang erhielt Otto Lessing den Professorentitel.
</p><p>1923 wurde der Schweif des bronzenen Löwen auf der Rückseite gestohlen und später wieder ergänzt. Während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> wurde das gusseiserne Schmuckgitter entfernt und vermutlich eingeschmolzen. Die Porträtreliefs und die Wasserspeier verschwanden nach Kriegsende. Nach 1961 befand sich die Anlage unmittelbar an der <a href="Berliner_Mauer" title="Berliner Mauer">Berliner Mauer</a>; die noch vorhandenen Bronzeteile wurden in ein Depot verbracht. Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 sowie kurz nach der deutschen Wiedervereinigung 1991/92 fanden Restaurierungen statt. In den folgenden Jahren wurde das Denkmal wiederholt zum Opfer von Diebstahl und Vandalismus. Zuletzt wurde das Denkmal 2014/15 umfassend restauriert, wobei auch die beschmierten Figuren gereinigt, die gestohlenen Teile ergänzt und der Brunnenbetrieb wieder aufgenommen wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Peter_Bloch_(Kunsthistoriker)" title="Peter Bloch (Kunsthistoriker)">Peter Bloch</a>, <a href="Waldemar_Grzimek" title="Waldemar Grzimek">Waldemar Grzimek</a>: <i>Das klassische Berlin. Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert.</i> Propyläen, Berlin 1978, S. 258–259.</li>
<li>Hermann Müller-Bohn: <i>Die Denkmäler Berlins in Wort und Bild. Ein kunstgeschichtlicher Führer.</i> Spaeth, Berlin 1905, S. 39–40.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Lessing-Denkmal_(Berlin)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Lessing-Denkmal (Berlin)</a></span></b>&nbsp;– Album mit Bildern</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lessing-Denkmal_(Berlin-Tiergarten)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Lessing-Denkmal (Berlin)</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://denkmaldatenbank.berlin.de/daobj.php?obj_dok_nr=09046318">Eintrag zu Lessing-Denkmal (Berlin) (Obj.-Dok.-Nr. 09046318) in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://bildhauerei-in-berlin.de/bildwerk/lessingdenkmal-4997/">Eintrag bei Bildhauerei in Berlin</a></li>
<li><a href="Erich_Schmidt_(Literaturwissenschaftler)" title="Erich Schmidt (Literaturwissenschaftler)">Erich Schmidt</a>: <i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Festrede_zur_Enth%C3%BCllung_des_Berliner_Lessing-Denkmals" class="extiw external" title="s:Festrede zur Enthüllung des Berliner Lessing-Denkmals">Festrede zur Enthüllung des Berliner Lessing-Denkmals im Thiergarten am 14. Oktober 1890</a></i></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/brunnen/de/mit/27a.shtml">Ausführliche Beschreibung des Denkmals</a> (stadtentwicklung.berlin.de)</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20071115041400/http://historismus.net/texte/kuhn1.html">Biografie des Bildhauers Otto Lessing</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 15. November 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (historismus.net)</li></ul>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">52.511944444444</span><span class="longitude">13.375</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:52.511944444444,13.375"><span title="Breitengrad">52°&nbsp;30′&nbsp;43″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">13°&nbsp;22′&nbsp;30″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-02-24" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Lessing-Denkmal_(Berlin)&amp;oldid=253625376">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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